Florian Tolk
Florian Tolk

Beiträge

In meinen Beiträgen versuche ich, ein paar grundlegende Empfehlungen in Hinblick auf meine Arbeit zu geben. Ich stelle gelegentlich Bilderbuchlösungen vor, setze mich kritisch mit verbreiteten Best Practices auseinander und kommentiere die Art und Weise meiner Eigenentwicklungen.

Ich bin nicht unfehlbar, ich spreche aber auch nur meine Empfehlungen aus. – Für Kritik und Beitragswünsche bin ich gerne erreichbar! Schreiben Sie mir eine E-Mail an ft@florian-tolk.de.

Framework, Toolbox, Vanilla

Diese Beitragsserie beleuchtet die Frage, welche Argumente für oder gegen bestimmte Designentscheidungen sprechen. Und woran Sie schlechte Entscheidungen erkennen.

Wie sieht's denn hier aus?

Bevor ich am eigentlichen Thema arbeite, möchte ich vorab die verwendeten Begriffe klären. Denn die Fachwelt, in der ich mich bewege, hat dazu mehrere Probleme:

  • jede Fachdisziplin in meiner Branche hat ihr eigenes Wörterbuch, das sie im Alltag benutzt - ein wunderbares Gleichnis, auch wenn ich weiß nicht, ob es tatsächlich stimmt: die Inuit haben 14 Worte für Schnee, Afrikaner keine -,
  • meine Branche ist weder ausgereift, noch sind die Disziplinen darin stabil - bspw. gab es 2004 noch keine Social-Media-Content-Creator, während UI-Designer und Frontend-Entwickler damals noch im Webdesigner vereint waren -,
  • wie auch in anderen Branchen gibt es sprachliche Unterschiede; dazu zählen Übersetzungsprobleme, die (Nicht-)Verwendung von Anglizismen und schlichte geografische Barrieren (bspw. zwischen Nordamerika, Europa, Asien).

Wie immer gilt bei Sprachen: die formale Regelung sollte sich an der gelebten Praxis orientieren. Grundsätzlich.
Deshalb muss ich ja ertragen, dass es der Blog genannt wird.

Vanilla

Hätte ich es nicht gerade nachgeschlagen, wüsste ich auch nicht, woher der Begriff abstammt: der Geschmackssorte Vanille.
Ich kenne sie noch aus meiner Kindheit, als ich beim vertrauenswürdigen Eisdealer zwischen drei Geschmackssorten wählen konnte: Schoko, Erdbeer, Vanille. Stracciatella, Pfefferminz und Banane und alles danach empfinde ich immernoch als fragwürdiges Schmuckwerk. Nur zur Info für den Fall, dass mich Irgendjemand zum Eis einladen möchte.

Und da steckt auch die Bedeutung des Begriffs:
Vanilla meint den Grundumfang einer Sprache.

Toolbox & Framework

Beide stellen – stark vereinfacht ausgedrückt – Mittel und Wege zur Verfügung, sich wiederholende Entwicklungsschritte einfach nutzbar zu machen.
Aus dem gleichen Grund wurde auch jedes andere Werkzeug entwickelt. Stellen Sie sich einen Hammer vor. Sie können einen Nagel ja auch mit dem nächstbesten Gegenstand, der nur schwer, kompakt und handlich genug ist, in die Wand schlagen. Ein Hammer macht die Arbeit nur praktischer.

Die Grenze zwischen einer Toolbox und einem Framework ist fließend, weil sich Niemand auf eine Definition festlegen kann.
Denken Sie sich an dieser Stelle eine ausgefeilte Begründung und eine Beschreibung unterschiedlicher Perspektiven. Vielleicht schreibe ich dafür später mal einen eigenen Beitrag.

Für diese Serie gebe ich eine geeignete Festlegung vor:
ein Framework stellt strukturelle Voraussetzungen oder erfüllt allgemeine Aufgaben;
eine Toolbox stellt keine besonderen strukturellen Vorgaben oder erfüllt nur eine einzelne Aufgabe.

Ob Etwas in objektorientierter oder prozeduraler Form verfasst ist spielt keine wesentliche Rolle, kann aber - je nach Zusammenhang - einen Hinweis geben.

Das Dilemma

Wenn man verschiedene Ansätze vergleicht, sollte die erste Frage sein: Nach welchen Kriterien vergleiche ich die zahlreichen Möglichkeiten?

Und genau genommen ist gar kein ultimativer Vergleich möglich. Denn die Anforderungen ändern sich im Laufe vieler Projekte, die richtige Antwort hängt davon ab, welche Fähigkeiten Sie mitbringen und wie sie sich im Laufe des Projekts weiterentwickeln, ...

Sie werden nie glauben welche Anforderungen die Liste anführt

Über den meisten Projekt in meiner Karriere hing an Position Eins immer die Anforderung an die Wirtschaftlichkeit. Das ist manchmal nicht fair und wird der ursprünglichen Projektidee nicht gerecht, so funktioniert aber jeder Handel und Kauf.
Falls Sie Zweifel haben, ob das der richtige Weg ist, arbeiten Sie doch kostenlos. – Das ist übrigens durchaus ernst gemeint. Arbeiten Sie an ein paar Projekten ohne finanzielle Ansprüche ... ob Sie es eingestehen möchten oder nicht, Sie werden schnell sehen, dass diesen Projekten der Erfolg fehlt, falls Sie es überhaupt fertig stellen.

Eine Ausnahme

Die Ausnahme, die jedem in den Sinn kommt, ist Open-Source-Software. Das täuscht, denn hier funktioniert die Wertschöpfung nur auf anderem Wege. Die überwiegende Zahl dieser Lösungen ist darauf ausgelegt, dem Autor langfristig geldwerte Vorteile zu bringen.